

Auch dieses Jahr fand das alljährliche Luzienhäuserlschwimmen statt. Die Bevölkerung versammelte sich in der Grundschule, von wo aus es mit einem Fackelzug zur Wasserwachtstation ging. Die Freiwillige Feuerwehr Grafrath sperrte die Straßen ab, um einen sicheren Zug zu gewährleisten. Die B471 wurde entlang der Brücke gesichert.
Zur Historie
Fürstenfeldbruck wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder vom Hochwasser der Amper bedroht. Noch aus den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts gibt es Aufnahmen vom überfluteten Leonhardsplatz, der nur mit Hilfe von Stegen überquert werden konnte.
Die letzte große Bewährungsprobe hatte die Stadt an Pfingsten 1999 zu bestehen, als durch die sintflutartigen Regenfälle im Oberland der Ammersee nahezu seine alte Ausdehnung bis Grafrath erreicht hatte und das Wasser der Amper trotz des der Stadt vorgelagerten Stausees bis knapp unter den Brückenbogen heranreichte.
Vor diesem Hintergrund bekommt der Brauch des Luzienhäuserlschwimmens am 13. Dezember eines jeden Jahres eine neue Verständnisdimension. Schon im 18. Jahrhundert hatten die Brucker Schulkinder während eines Hochwassers am Festtag der Hl. Luzia, als das Wasser seinen höchsten Punkt erreicht hatte, mit Kerzen beleuchtete Nachbildungen der Brucker Häuser in die Amper gesetzt.
Das Wasser ging zurück und zum Dank dafür wurde dieses Zeichen nun Jahr für Jahr wiederholt. Irgendwann ist der Brauch dann eingeschlafen und wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Brucker Lehrer Georg Kachelriß wieder belebt.
(mh)
